Keime in Wurst oder Fleisch? Es geht auch anders!

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„Antibiotikaresistente Keime im Wurstregal“, verkünden die Medien in aktuellen Meldungen der letzten Tage und lassen die Verbraucher erneut mit der Frage zurück: „Was kann ich denn überhaupt noch essen?“ Dabei ist die Antwort recht einfach: ein Interview mit Jochen Bohnert bringt Klarheit.

Eines vorweg: Panikmache ist fehl am Platz!

Wie so oft, wenn es um Horror-Meldungen rund um unsere Lebensmittel geht, könnte man hinzufügen. Plakative Nachrichten sind das Geschäft der Medien und ein probates Mittel, um gehört oder gelesen zu werden. Zusammen mit der berechtigten Sensibilität der Verbraucher für Themen rund um Gesundheit und Nahrung wird manches Mal eine Kettenreaktion ausgelöst, die den Blick für die Fakten verstellt. Trotzdem ist es gut und richtig, die möglichen Folgen der Verwendung von Antibiotika in der Viehzucht und deren Auswirkung auf die Konsumenten immer wieder ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken.

Was sind die Fakten? 

Ein unabhängiges Labor hat im Auftrag der Grünen Wurstwaren untersucht, die stichprobenartig in Discountern, Supermärkten und Bäckereien entnommen wurden. In 13 deutschen Städten kamen 63 Proben zusammen – in jeder sechsten Wurstprobe, in jedem fünften Mettbrötchen und sogar in zwei von drei Produkten aus Putenfleisch fanden die Prüfer sogenannte EBSL-Keime. Das sind Krankheitserreger, die eine Resistenz gegen Antibiotika entwickelt haben. Beim Verzehr der Lebensmittel reichern sich die Keime im Darm des Menschen an und vermehren sich. Eine akute Lebensgefahr besteht dabei für niemanden. Aber: Insbesondere für Kinder, Alte und Kranke kann dies zum Problem werden, da sich die Resistenz überträgt. Die Folge: Eine Bekämpfung von Infektionen durch Antibiotika ist nicht mehr wirksam durchführbar.

Was ist die Ursache?

Auf den Punkt gebracht: die Massentierhaltung in der industriellen Viehzucht. Die Haltung riesiger Stückzahlen auf engem Raum begünstigt die epidemieartige Ausbreitung von Krankheiten unter den Tieren. Schnell ist nicht nur der gesamte Viehbestand bedroht, sondern auch die Existenz des Betriebes. Daher kommen vorsorglich Antibiotika zum Einsatz: tonnenweise, leichtfertig ohne akuten Grund und teilweise falsch angewendet.

Haben Verbraucher keine andere Wahl?

Doch! Es gab mal eine Zeit, da führte der erste Weg zum Fleisch- oder Wurstkauf nicht in den Supermarkt oder Discounter, sondern zum Metzger um die Ecke. Der hatte einen richtigen, unverwechselbaren Namen – und mit diesem guten Namen stand er für das was er mit Leidenschaft tat und mit ruhigem Gewissen verkaufte. Schlechte Qualität, gesundheitsgefährdende Produkte und anonymer Service hätten ihm seine Kunden kaum verziehen. Von seinem Berufsethos mal ganz abgesehen. Die gute Nachricht: Das gibt es auch heute noch – bei den Metzgern des Vertrauens!

Die Metzger des Vertrauens sind „ein Zusammenschluss von fleischverarbeitenden Familienbetrieben, die gemeinsam ein neues Bewusstsein für Qualitätsprodukte aus der Region schaffen möchten.“, so der einleitende Satz auf der Internetseite: www.metzger-des-Vertrauens.de. Jochen Bohnert, ein Mitglied in diesem Verbund erläutert in einem Gespräch, warum Kunden der Qualitätsmetzger von der Diskussion um Keimbelastungen im Fleisch nicht betroffen sind: „Wir beziehen unser Fleisch ausschließlich von familiengeführten, traditionellen Landwirtschaftsbetrieben aus der Region: Qualivo-Betriebe für Schwein, Kalb und Rind sowie Kikok-Geflügel von Borgmeier. Die Philosophie von Qualivo und Borgmeier gründet auf einem natürlichen und ursprünglichen Verhältnis zum Tier und zur Umwelt. Das Ziel: höchste Fleisch-Qualität und Genuss. Das Vieh wird in den Traditions-Betrieben artgerecht gehalten: mit genügend Raum, ohne Zusatz von Medikamenten im Futter und genug Zeit für naturgemäßes Wachstum ohne Wachstumsbeschleuniger. Strenge Kontrollen und hohe Transparenz sorgen zudem für einen hohen Qualitätsstandard. Kurze Wege vom Hof zum Schlachthaus vermeiden Stress bei den Tieren, sind umweltfreundlich und fördern den regionalen wirtschaftlichen Gedanken.“

Und es geht ganz ohne Antibiotika?

„Nein! Aber solche Mittel kommen nur zum Einsatz, wenn es einen konkreten Grund gibt, also wenn Krankheitsanzeichen auftauchen. Das lässt sich bei aller Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit nie völlig vermeiden; aber: Medikamente werden nur punktuell und zeitlich befristet bis zum Abklingen der Symptome eingesetzt und tiermedizinisch korrekt angewendet; die Aufsichts-Behörden erhalten sofort eine Meldung. Das behandelte Vieh wird der Schlachtung erst zugeführt, wenn die Antibiotika im Körper der Tiere abgebaut sind. Daher kann es in seltenen Fällen vorkommen, dass in unseren Metzgereien bestimmte Produkte für kurze Zeit nicht mehr angeboten werden – aber mal ehrlich: Bieten wir nicht immer genügend leckere Alternativen an? Und ist es für Sie als Kunde nicht beruhigend zu wissen, dass Sie nur 100% einwandfreie Ware erhalten?  Dafür stehen wir, Ihre Metzger des Vertrauens, mit unserem guten Namen – wie in alten Zeiten!“

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